#4 Sensoren, Software und Substanz – Tim Ebeling über Messtechnik und die Zukunft der Aufzüge
Show notes
In dieser Folge von Lifts & Leaders – dem offiziellen Podcast der interlift – sprechen wir mit Tim Ebeling, Geschäftsführer der Henning GmbH & Co. KG. Henning ist ein mittelständisches Familienunternehmen mit internationaler Strahlkraft und gilt als Pionier im Bereich Mess-, Sensor- und Condition-Monitoring-Technik für Aufzüge.
Tim nimmt uns mit auf die Reise von den Anfängen im Metallbau bis hin zur weltweit eingesetzten Aufzugs-Messtechnik. Er erklärt, wie Henning früh auf Marktveränderungen reagiert hat – etwa auf den Wegfall des TÜV-Monopols – und warum eigene Sensorik, Software und Elektronik bis heute das Herz des Unternehmens sind.
Im Mittelpunkt stehen Themen wie:
- der legendäre „Blue Cube“ und was ihn so besonders macht,
- Zustandsorientierte Instandhaltung und Predictive Maintenance schon lange vor dem Hype,
- warum Entwicklung bei Henning immer nah am Kunden stattfindet,
- wie Edge-Intelligenz und Machine Learning die Aufzugsbranche verändern,
- und weshalb der Mittelstand die Digitalisierung aktiv gestalten muss, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Eine Folge über technische Tiefe, unternehmerischen Mut und die Frage, wie Innovation in einer traditionell geprägten Branche nachhaltig funktioniert.
Mehr erfahren:
interlift: https://www.interlift.de Henning GmbH & Co. KG: https://henning-gmbh.de/ Tim Ebeling auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/tim-ebeling-990a9b25/
Show transcript
00:00:02: Ganz herzlich willkommen bei Lifts & Leaders, dem InterLift Podcast.
00:00:06: Ja, wir sprechen hier um Personen natürlich Unternehmen aus der Aufzugsbranche.
00:00:11: Wir wollen begeistern.
00:00:12: Wir wollen erzählen, was das hier eigentlich für eine Branche ist, was dahinter steckt.
00:00:16: Und heute schauen wir uns ein Unternehmen an, ein Familienunternehmen, ein mittelständisches Unternehmen mit großer internationaler Strahlkraft, mit viel Power auf Entwicklung und Forschung.
00:00:28: Und ich bin sehr gespannt, darüber jetzt mehr zu erfahren.
00:00:32: Es geht vor allen Dingen auch um den Bereich Mess- und Sensortechnik.
00:00:36: Und hier ist zu Gast von der Henning GmbH und KOKG, Tim Ebeling, Geschäftsführer.
00:00:45: Witzung, das ist einer der Geschäftsführer, habe ich schon erfahren.
00:00:47: Ihr seid zu zweit, ne?
00:00:48: Genau,
00:00:48: richtig.
00:00:48: Herzlich
00:00:49: willkommen, Tim.
00:00:50: Schön, dass du da bist.
00:00:51: Herzlichen Dank.
00:00:52: Tim, ich habe es kurz erwähnt schon.
00:00:55: Ihr seid ein Traditionsunternehmen.
00:00:57: Seit forty-fünf Jahren hast du gerade erwähnt.
00:01:00: Aber wer euch noch nicht kennt, beschreibt gerne nochmal eure Firma in zwei, drei ...
00:01:06: Ja, wie du eben schon gesagt hast, wir existieren seit forty-fünf Jahren, sind gestartet als Metallbauendes Unternehmen in Schwelm, in der Nähe von Wuppertal, haben Heizöldosierpunkten entwickelt, gar nichts mit Aufzügen, sind relativ schnell in den Aufzugbau gekommen, mit Dämpfern, Türschließern, Liftpuffern anschließen.
00:01:26: Und seit dem Jahr zweitausend machen wir Elektronik und Software im Bereich Messtechnik für Aufzüge.
00:01:31: Das heißt, Prüfsysteme, die benutzt werden, um die Sicherheit von Aufzügen zu prüfen, Lastmesstechnik, Beschleunigungsmesstechnik, Condition Monitoring für Aufzüge.
00:01:42: Und sind damit weltweit recht erfolgreich.
00:01:46: Wie viele Leute seid ihr?
00:01:48: Seid ihr?
00:01:48: Seid ihr?
00:01:49: Seid ihr?
00:01:49: Seid ihr?
00:01:50: Okay, wow, spannend.
00:01:52: Wenn du jetzt auf die Geschichte und die Entwicklung guckst mit uns, was hat euch da maßgeblich beeinflusst und eure Richtung zudem geführt, wo ihr heute seid?
00:02:04: Ja, das war viele glückliche Zufälle, würde ich sagen.
00:02:08: Als wir im Jahre zweitausend angefangen haben, uns in dem Bereich Messtechnik zu stürzen, Stand damals schon fest, dass das Monopol für Aufzugprüfung der TÜVs fallen würde, was es dann auch tat.
00:02:19: im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, im Jahr war, Im gleichen Zuge kamen damals die ISO-Achzehn-Sieben-Drehach daraus, die die Fahrqualität von Aufzügen beschreibt.
00:02:50: Auch dafür haben wir dann einen Beschleunigungsaufnehmer entwickelt, die passende Software.
00:02:54: Lastsensoren, die sich damals auszeichneten, das ist die einzigen Waren, die man in die Seile setzen konnte, um direkt Lasten zu bestimmen, was viele Vorteile hat.
00:03:02: Und ja, durch diese doch sehr einzigartigen Sensoren ist es uns... extrem schnell gelungen, weltweit damit bekannt zu werden.
00:03:13: Also unser Beschleunigungssensor beispielsweise war ein blauer Würfel und man sprach dann gar nicht mehr von Henning oder von dem Beschleunigungssensor, sondern The Blue Cube.
00:03:23: Das hört man, ihr seid die Firma mit dem Blue Cube, auch als dein Name noch gar nicht so bekannt.
00:03:29: Okay, das ist spannend.
00:03:31: Da kommen wir auch ein bisschen in den Bereich.
00:03:33: Du hast das Entwicklungszentrum mit aufgebaut.
00:03:35: Also R&D ist so dein Herz eigentlich auch in dem Bereich.
00:03:40: Woher kommt es?
00:03:42: Ja, dafür brennig.
00:03:43: Also ich habe Elektrotechnik studiert und habe... Damals bei Henning im Jahr zweitausend als freiberuflicher Software-Entwickler angefangen, war der erste, der sich bei Henning mit Software-Elektronik beschäftigt hat und mich treibt an Sachen zu machen, die andere nachher benutzen.
00:04:02: Und das macht mir wirklich Spaß.
00:04:03: Und das ist bei Henning auch schon immer, seitdem eigentlich, dass wir sehr eng in Kontakt mit den Kunden sind.
00:04:10: Das heißt, unsere Kunden ... sprechen direkt mit unseren Entwicklern.
00:04:13: Wir kriegen die Erfahrungen aus dem Feld, wir kriegen das Feedback, wir versuchen möglichst schnell zu agieren, Software-Lösungen anzupassen, Hardware-Lösungen anzupassen und das macht Spaß.
00:04:22: Und
00:04:23: gerade mit diesem Beschleunigungs-Messgerät ist man dann auch auf spannenden Installationen gewesen im Shanghai Financial Trade Center oder One World Trade Center, wo dann unsere Sachen benutzt werden und wir mit den Injustern der Firmen tatsächlich Messungen in der Kabine machen und das sind dann imposante Aufzüge.
00:04:41: Ja, das treibt mich an, so wirklich die Sachen zu benutzen.
00:04:46: Und kommst du dann von Haus aus, als hast du erst einen handwerklichen Beruf gelernt, bist du direkt akademisch den Weg gegangen.
00:04:53: Also wie bist du da in den Bereich gekommen, dass du sagst, oh bisschen zu so einem Blue Cube, ich erfinde solche Sachen, die wirklich nachhaltig die Branche verändern.
00:05:03: Also ich habe angefangen Elektrotechnik zu studieren.
00:05:07: Ursprünglich in Karlsruhe, dann in Braunschweig und habe in Braunschweig angefangen zu jobben in einem Ingenieurbüro.
00:05:14: Wir haben Bildverarbeitung für Volkswagen entwickelt an den Produktionslinien.
00:05:18: Das hat mir extrem viel Spaß gemacht, so viel Spaß, dass ich das Studium stark vernachlässigt habe und irgendwann nach dem Fordyproben gesagt habe, ich habe da keine, ich mache das nicht mehr.
00:05:28: Ich mir macht es mehr Spaß, Sachen zu entwickeln.
00:05:31: Ich habe also eigentlich mein Studium geschmissen zum Entsetzen meiner Eltern damals.
00:05:37: habe mich verstärkt um Entwicklung gekümmert und dann als Freelancer zu dem Zeitpunkt.
00:05:45: Und dann kam die Firma Henning, suchte jemanden wie mich.
00:05:49: Ich war vielleicht insofern unbequem, als dass ich im Braunschweck war und auch nicht nachschwellen wollte.
00:05:54: Das ist der Grund, warum unser Entwicklungszentrum nach wie vor im Braunschweck ist.
00:05:59: Und das hat aber extrem viel Spaß, extrem viel Freude gemacht.
00:06:02: Und so wurde ich dann... Angestellter der Firma Henning, Rokoristung von Geschäftsführer und inzwischen auch Teilhörer.
00:06:11: Wow, ein wirklicher Erfolgs.
00:06:13: wegen der Erfolgsgeschichte.
00:06:14: Was würdest du deinen Kindern heute sagen, wenn die das Studium schmeißen, sagst du, deine Eltern waren nicht, die dürfen das nicht, ne?
00:06:20: Nein, da muss ich meine Mutter und meine
00:06:22: Vater wiederholen.
00:06:22: Das ist aber schwer,
00:06:23: ne?
00:06:23: Schwer,
00:06:23: wenn man selbst so einen Weg vorlegt.
00:06:25: Ja, das stimmt.
00:06:25: Weißt du, wenn das Herz brennt halt für, ich sag mal, das Macher- und Erfindertum, dann ist es schwer, halt an der Uni zu bleiben.
00:06:32: Ja, das stimmt.
00:06:33: Und ich glaube, da sind wir aber auch in Deutschland ein bisschen speziell.
00:06:37: Ich glaube, da sind andere Länder auch viel lockerer mit.
00:06:40: Also wenn man sich Amerika oder auch England anguckt, dann macht man das, wozu man Lust hat, wofür man brennt und Sachen, für die man brennt, in denen ist man auch immer gut und gut setzt sich immer durch.
00:06:51: Und deswegen, eigentlich bin ich dann unbesorgt, wenn man wirklich die Leidenschaft erkennt.
00:06:57: Kommen wir wieder zurück zu euren Produkten.
00:07:00: Der BlueCube.
00:07:01: Noch ganz bildhaft habe ich es nicht vor Augen.
00:07:03: Er ist blau.
00:07:04: Warum?
00:07:05: Und was tut er genau?
00:07:07: Was macht ihn so einzigartig, dass er in Shanghai, in Bangladesch, in Asien eingesetzt wird, in den großen, großen Hochhäusern?
00:07:14: Also der BlueCube ist tatsächlich so sechs mal sechs mal sechs Zentimeter Kantenlänge.
00:07:19: Ein blauer Würfel.
00:07:20: Der...
00:07:21: Weil die Firmfarbe blau ist, dunkelblau.
00:07:23: Weil die Firmfarbe dunkelblau ist, genau.
00:07:25: Echt jetzt?
00:07:26: Ja, deswegen ist er blau.
00:07:28: Und ein Würfel ist er tatsächlich geworden, wirklich aus Designkriterien.
00:07:32: Einfach, um was Prägnantes zu schaffen.
00:07:34: Und das hat ja auch geklappt.
00:07:36: Man hätte natürlich auch eine hässliche Platine in einem Plastikgehäuse packen können.
00:07:39: Und so ist er schön aus Aluminium aus dem Vollen gefräst.
00:07:43: Es wirklich macht einen guten Eindruck.
00:07:46: Hat hochpräzise Beschleunigungsneaufnehmer drin.
00:07:49: Das heißt, wenn Sie das hier... auf dem Boden liegen, draußen drei Straßen weiter ein Lkw vorbeifährt, dann kann ich das messen.
00:07:56: Und damit ist es dann möglich wirklich kleinste, Vibrationen aufzumessen, davon daraus dann zu beurteilen, wie gut der Aufzug fährt, welche Probleme er eventuell hat, welche Bauteile vielleicht erneuert werden müssten.
00:08:12: Und ja, also wirklich ein kleiner blauer Würfel.
00:08:16: Da steckt ja auch eine Menge.
00:08:18: Ich höre das jetzt so raus.
00:08:19: Ich interpretiere das so stolz in diesem Unternehmen.
00:08:23: Du hast mir ja auch beschrieben, wie ihr schön organisch gewachsen seid durch die Aufträge, durch die Erfolge.
00:08:28: Wenn du jetzt diese Firmenphilosophie beschreiben müsstest, was beschreibt die am besten?
00:08:35: Ich glaube, das ist die Leidenschaft, neue Wege zu gehen.
00:08:39: Also wirklich mal anders zu denken.
00:08:43: vielleicht eine Sache aus einem ganz anderen Blick, Winkel zu nehmen und das dann wirklich engagiert durchzuziehen.
00:08:48: Und das merkt man auch heute, dieses Engagement, dass es wirklich spürbar überall in der Produktion, in der Entwicklung bei jedem.
00:08:59: Und das ist etwas, was man, glaube ich, auch braucht, weil sonst schafft man einfach nicht in kurzer Zeit Sachen auf die Beine zu stellen, die vielleicht auch in den Anfangsjahren eigentlich zu groß für uns waren.
00:09:12: Wir haben ein sehr großes IoT-Projekt in Singapur beispielsweise gewonnen, was für eine Firma unserer Größenordnung eigentlich noch zu groß war.
00:09:20: Aber mit dem Engagement der Leute war das dann tatsächlich möglich, das auch durchzuziehen.
00:09:29: Oder wo entwickelt ihr die Sachen?
00:09:31: Also ist es wirklich bei euch in Haus?
00:09:32: Also kann ich mir das vorstellen in euren Standorten?
00:09:34: Da wird wirklich gebastelt, getüftet, ein bisschen zu ästhetischen Vollendungen.
00:09:40: Ja,
00:09:40: also währenddessen sieht es in der Regel nicht so ästhetisch aus.
00:09:43: In den Hardware-Büros, da findet man die Kabel, die Widerstände.
00:09:49: Das sieht teilweise chaotisch aus.
00:09:51: Aber wir haben tatsächlich das Glück, Entwickler gefunden zu haben, die... enorm gut sind.
00:09:58: Wir haben beispielsweise zwei Entwickler, die ursprünglich aus dem Automotive Bereich bekommen und wirklich High End Boards entwickeln.
00:10:07: Wir entwickeln quasi unseren eigenen Computer mit Arbeitsschweicheransteuern, dem Prozessor.
00:10:12: Wir machen unser eigenes Mainboard, wir machen unser eigenes Betriebssystem, wir setzen viel Linux ein, starten da wirklich von Körne und wir haben tatsächlich die Fähigkeit, bis aufs letzte Bit and Byte runter zu gehen.
00:10:27: Und das ermöglicht es uns dann auch wirklich spezifische Lösungen zu schaffen, wo man sich nicht am Markt bedienen muss, wo man da nicht den Standard-PC oder die Standard-Software einsetzt, um was Neues zu schaffen, sondern wirklich auf den Punkt, auf den Anwendungsfall, den wir da haben.
00:10:45: Ist es dadurch für euch einfach Fachkräfte oder Nachwuchskräfte zu gewinnen?
00:10:49: Also wie attraktiv kann ich mir das vorstellen?
00:10:52: Also wie läuft das?
00:10:55: Ja, das ist tatsächlich natürlich immer schwieriger geworden, gerade in den letzten Jahren.
00:10:59: Gut, das macht ihr was mit Software, ne?
00:11:01: Das ist so ...
00:11:02: Software, Elektronik.
00:11:04: Ist spannend, aber wir sitzen in Braunschweig.
00:11:07: Damit sitzen wir ganz nah an Volkswagen in Wolfsburg dran.
00:11:11: Deswegen kommen die aus dem Automotive bei euch?
00:11:13: Ja.
00:11:15: Volkswagen ist natürlich ein als globaler Konzern mit sehr, sehr attraktiven Konditionen, die wir als Mittelstehngler nicht so bieten können, müssen wir mit anderen Sachen punkten.
00:11:26: Und das ist dann tatsächlich, dass wir ... sehr flexibel sind, dass wir versuchen, angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen.
00:11:34: Dass wir in der Produktion beispielsweise, in der elektronischen Produktion in Braunschreck setzen, haben wir auch viele Freiheiten.
00:11:42: Natürlich muss es feste Arbeitszeiten in Häkchen geben, aber sehr viele Frauen arbeiten bei uns beim Löten.
00:11:50: Wir bestücken auch Lastsensoren mit DMS.
00:11:53: In der Regel eine sehr... Schwierige Arbeit, die Männer, die wir dort haben, sind wirklich die Einzelfälle.
00:12:00: Die können das nicht so gut.
00:12:02: Und es ist wichtig, dass man sich um die Kinder kümmern kann.
00:12:07: Das machen die Männer wie die Frauen, aber es sind tatsächlich mehr Frauen.
00:12:11: Und dafür fangen dann teilweise einige Mitarbeiterinnen schon um vier an, andere um fünf, andere um sechs.
00:12:16: Und dann mittagsabmittags sich wieder um die Kinder kümmern zu können.
00:12:19: Und wir sind tatsächlich sehr flexibel, selbst bis hin zur Produktion ohne Stecher.
00:12:25: Und bei den Entwicklern, der heutzutage dann viel Homeoffice angefangen durch Covid, versuchen wir die Atmosphäre so angenehm zu gestalten, dass wirklich der Spaß dabei ist.
00:12:39: Und wenn man diesen Spaß merkt, glaube ich, dann, wenn man merkt, dass die Firma Spaß macht, dann ist das für Bewerber dann vielleicht auch ein Einstiegspunkt bei uns anzufangen.
00:12:51: Was würdest du sagen, ist so eine große Entscheidung gewesen oder eine Entwicklung, die jetzt Henning am meisten beeinflusst hat?
00:13:01: Ist es der BlueCube?
00:13:03: Nein, das war tatsächlich die zustandsorientierte Instandhaltung.
00:13:07: Also eigentlich sind wir der Pionier...
00:13:09: Die zustandsorientierte Instandhaltung.
00:13:11: Genau.
00:13:11: Und zwar haben wir damit in dem Jahr vier angefangen und sind eigentlich... im Aufzugbau einer der Pioniere der Predictive Maintenance.
00:13:19: Also heute würde man Predictive Maintenance sagen, nicht zustandsorientierte Instandhaltung.
00:13:23: Aber wir haben im Jahr war ein Pilotprojekt mit der BRS-F gemacht.
00:13:27: Das war noch, bevor es das erste iPhone gab, also damit man sich das vorstellen kann.
00:13:32: Also es gab keine Clouds, es gab kein Internet in diesem Mars, wie es das heute gibt.
00:13:37: Und haben da eine Lösung entwickelt, wo wir wirklich Zwölf Aufzüge oder elf waren es bei der BSF mit sehr, sehr, sehr vielen Sensoren ausgestattet haben.
00:13:46: Die Sensoren waren annähernd so teuer oder vielleicht sogar teurer als die Aufzüge.
00:13:54: Haben da sehr viel Erfahrung gesammelt und ein System damals entwickelt, das sehr viele tolle Sachen konnte und extrem teuer war und deswegen niemanden interessierte.
00:14:04: Fachkräftemengel, Mangel, gab es noch nicht.
00:14:08: Das System interessierte einfach den Markt.
00:14:10: Wir haben das wieder aus der Taufe gehoben mit den Erfahrungen der BSF.
00:14:16: Da hat mir gelernt, welche Sensoren sind wirklich die Interessanten, um die Hauptkomponenten eines Aufzugs zu beobachten.
00:14:21: Wir haben genau mit diesen Sensoren weitergemacht, dann mit den neueren Lösungen, Cloud, Machine Learning.
00:14:30: Ich verzichte gerne auf Artificial Intelligence zu nennen.
00:14:33: Machine Learning is written in Python.
00:14:35: Das ist eine Programmiersprache.
00:14:36: Machine Artificial Intelligence is written in PowerPoint.
00:14:40: Das ist so ein Spaß unter den Datenanalysten, die wir da haben.
00:14:47: Dieses Machine Learning, dieses Predictive Maintenance, das ist, glaube ich, das, was uns am meisten auch weltweit vorangebracht hat, diese Singapur-Ausstattung.
00:14:59: Der Aufzüge, da laufen knapp zehntausend Aufzüge mit unserer Predictive Maintenance Lösung, ist wirklich weltweit das größte Einzelrollout gewesen, was es gab im Aufzugbau.
00:15:11: Das sind Sachen, die uns auf vorne treiben, die uns auch immer weiter nach vorne treiben, wenn natürlich das System ... immer weitergeht, neue Daten kommen dazu, neue Algorithmen werden geschaffen.
00:15:23: Wir sind inzwischen dabei, nicht mehr in der Cloud unsere neuronalen Netze zu berechnen, sondern die wieder auf die Geräte zurückzupurschen, sodass die Rechenleistung dort entsteht.
00:15:34: Weniger Datentransfer, das heißt, die Entwicklungsthemen hören eigentlich nie auf.
00:15:39: Das war sehr witzig.
00:15:41: Damals, als der Henning mich einstellte im Jahr zweitausend, war er sehr besorgt, wie lange er mich beschäftigen kann, weil ... Er sich vorstellte, dass, naja, der entwickelt jetzt für uns den Blue Cube.
00:15:54: Und dann, was macht der dann?
00:15:55: Dann haben wir das ja.
00:15:56: Dann ist das
00:15:57: entwickelt und fertig.
00:15:58: Richtig.
00:15:59: Und leider sind Produkte ja auch nie fertig.
00:16:01: Gerade Software, da gibt es immer neue Funktionen, da gibt es auch mal Fehler, die ausgemerzt werden müssen.
00:16:07: Und so wird das eigentlich immer mehr.
00:16:08: Je mehr Produkte man hat, umso mehr es pflege, muss man auch leisten, umso mehr Support.
00:16:13: Und ja, es geht immer weiter.
00:16:16: Wir bleiben dran und sind dran.
00:16:18: Und woran?
00:16:19: Also welche Zukunftstechnologien siehst du so in den nächsten fünf bis zehn Jahren?
00:16:23: Oder wo du, also ist es weiter, die Sensortechnologie, die sich weiterentwickeln wird.
00:16:28: Es ist Datenverarbeitung direkt auf dem Gerät, immer schneller.
00:16:33: Also wo denkst du, seid ihr dann am stärksten?
00:16:37: Oder wo baut ihr am meisten aus?
00:16:39: Ja, wo wir wirklich ganz vorne dabei sind, ist, dass wir diese, diese künstliche Intelligenz.
00:16:47: nicht mehr in der Cloud machen, sondern sie nur noch in der Cloud erfinden, sozusagen trainieren und dann wieder auf die Geräte zurückspielen.
00:16:55: Und so Geräte sind so leistungsfähig, dass diese Rechenpower, die eigentlich nur die Cloud hat, auf die Geräte kommen kann.
00:17:03: Das ist das, was unabhängig vom Aufzugbau in einen Gewerken gerade stattfindet.
00:17:08: Das ist wirklich Stand der Forschung.
00:17:09: Und das ist, glaube ich, auch das.
00:17:11: auch über den Aufzubau hinaus, was überall passiert.
00:17:14: Diese Intelligenz, diese beeindruckende ShedGPT-Intelligenz wandert wieder in die kleinen Geräte zurück.
00:17:23: Das heißt, nicht mehr die Internetanbindung, die mit riesigen Rechenzentren die Intelligenz vor Ort macht, sondern die Intelligenz ist vor Ort.
00:17:34: Der Roboter fährt wirklich autonom und braucht nicht mehr die Funkanbindung an.
00:17:38: und welche mächtigen.
00:17:39: Rechenkissen.
00:17:40: Ich glaube, das ist das, was uns insgesamt bei der Digitalisierung in den nächsten Jahren, zehn, zwanzig Jahren beschäftigen wird.
00:17:49: Gibt es was aus deiner Sicht, was jetzt andere Industrien wirklich von der Aufzugsbranche lernen können oder von eurer Art, Dinge anzugehen und zu lösen?
00:17:59: Was ich extrem angenehm finde in der Aufzugindustrie und ich glaube, da ist sie sehr unig, ist das miteinander.
00:18:06: Selbst Konkurrenten sind nett zueinander.
00:18:09: Man unterhält sich, man ist freundlich, es gibt diesen unglaublichen Konkurrenzdruck, wie man ihn zum Beispiel im Automotivbereich oder so kennt, den gibt es in der Form nicht.
00:18:20: Und das ist wirklich speziell und Leute, die einmal in den Aufzubau reingekommen sind, bleiben in der Regel auch dort, dass jemand wieder in ein anderes Industriefeld wechselt, wie das ja eigentlich Gang und Gebe ist, gerade Sales.
00:18:34: dann mache ich das mal für Autos, dann mache ich das mal für Fahrräder oder warum nicht für Aufzüge.
00:18:39: Und wenn ich dann beim Aufzug bin, dann bleibe ich doch beim Aufzug.
00:18:41: Das ist eine sehr überschaubare Branche.
00:18:45: Auch weltweit begegnet man immer wieder den gleichen Leuten.
00:18:48: Und dann entstehen tatsächlich fast familiäre oder freundschaftliche Netzwerke, die dann auch über Jahrzehnte bestehen.
00:18:55: Und das ist, glaube ich, wirklich speziell.
00:18:58: Also ich denke, du kannst ja nicht normal in Aufzug steigen, oder?
00:19:01: Also du bist immer so, wie es ist, wenn du in Aufzug steigst.
00:19:03: Also wenn ich Filme angucke oder Videos oder Podcasts höre, dann bin ich auch so im Hintergrund immer im Analysieren.
00:19:08: So ist es bestimmt, wenn du in Aufzug steigst, oder?
00:19:10: So ist das auch so.
00:19:11: Also ich dachte dann, wegen des Blue Cube, ganz besonders auf die Fahrqualität, wie fährt der, wie rüttelt der.
00:19:18: Da sind wir Aufzügler oder wahrscheinlich dann auch ich speziell oder wir mit unserem Messgerät.
00:19:23: Wir achten dann natürlich auf den kleinsten Wackler.
00:19:25: Wenn da ein kleines Staubkorn auf der Schiene liegt, dann ist das schon zu viel.
00:19:29: der normale Aufzug-Benutzer wird das wahrscheinlich so gar nicht empfinden.
00:19:33: Aber ja, man guckt den Aufzug anders an.
00:19:36: Hast du sonst irgendeine Fahrt, eine Aufzugsfahrt, wo du sagst, die war echt beeindruckend?
00:19:41: Also muss es nicht was Schlimmes passiert sein, aber kann ja.
00:19:44: Ja,
00:19:45: das war in Toronto im Adelaide.
00:19:48: Das sind Aufzüge, die fahren mit sieben Meter pro Sekunde.
00:19:51: Das ist sehr schnell.
00:19:53: Das ist in etwa sieben Mal so schnell wie ein normaler Aufzug hier in Deutschland.
00:19:56: Und das war auf dem Kabindach, dass man wirklich mit sehr hoher Geschwindigkeit nach oben fährt.
00:20:03: Und dann sieht man so die Decke näher kommen und dann denkst du dir schon, oh!
00:20:07: Wörterbremsen, Wörterbremsen, das tut er natürlich, aber das sind dann Eindrücke, die sind
00:20:12: spannend.
00:20:13: Vergiss nicht mehr.
00:20:17: Gibt es sonst noch irgendwas, was wir von Henning, was wir wissen müssen, was in den nächsten Jahren bei euch passiert, eine Botschaft, ein Projekt, etwas, was du uns noch mitgeben möchtest im Podcast?
00:20:27: Ja, also wir sind weiter dran an der Predictive Maintenance.
00:20:31: Das ist nach wie vor unsere Hauptaufgabe.
00:20:34: Wir bewegen Wir versuchen an allen Stellen den Markt zu bewegen.
00:20:39: Wir engagieren uns in den Normenkreisen.
00:20:42: Wir engagieren uns in den Verbänden.
00:20:45: Wir versuchen unsere Produkte so kundenfreundlich wie möglich zu machen, sodass wir hoffentlich auch immer mehr mittelständische Service-Unternehmen sehen, die den Weg in die Digitalisierung wirklich beschreiben.
00:20:58: Weil ich glaube, das ist das, was.
00:21:00: Und wir kommen aus dem Mittelstand, wir brennen für den Mittelstand.
00:21:04: Das ist etwas, was der Mittelstand wirklich tun muss.
00:21:06: Und da müssen wir uns in den nächsten Jahren wirklich am Riem reißen, dass wir alle samt im Mittelstand diesen Fahrt der Digitalisierung nicht verpassen.
00:21:18: Der Aufzugbau ist natürlich handwerklich viel getrieben.
00:21:20: Wir sind auch sehr konservativ, wir sind langsam.
00:21:23: Aber wenn wir erst mal ins Rollen kommen, dann sind wir auch sehr konstant.
00:21:27: Da passieren die Anfänge und das ist das, was uns umtreibt.
00:21:33: Schön.
00:21:33: Vielen, vielen Dank, Tim E. Willing von der Firma Henning.
00:21:38: Und danke schön fürs hier Erzählen eurer Geschichte über Präzisionen und spannende Entwicklung.
00:21:45: Und vielen Dank, dass du Teil im Lifts in Lieders Podcast bist bei InterLift.
00:21:50: Danke schön.
00:21:51: Ich bedanke mich ganz herzlich.
00:21:52: Vielen Dank.
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